Blick von den Landungsbrücken an der Galata-Brücke auf die andere Seite
Blick von den Landungsbrücken an der Galata-Brücke auf die andere Seite

Ich bin auch darauf hereingefallen! Wir liefen in der Nähe der Landungsbrücken an der Galata-Brücke als ein Schuhverkäufer an uns vorbeilief. Seine Bürste fiel ihm auf dem Gehweg, scheinbar unabsichtlich. Ich wollte nett sein, hob sie auf und lief ihm hinterher. Er wirkte hoch erfreut und wollte mir zum Dank die Schuhe putzen. Das tat er auch und erzählte, dass er aus Ankara komme und dass seine Frau gerade ein Kind bekommen habe – mit einem Kaiserschnitt, betonte er. Er brauche nun ein wenig Geld für seine Familie. Nun, es lief darauf hinaus, dass ich ihm ein wenig gab, obwohl ich eigentlich nicht wollte und das Gefühl hatte, über’s Ohr gehauen worden zu sein. Aber es war gut gemacht, beruhigte ich mich. Elke meinte, dass es ein Trick gewesen sei. Wenige Meter später sahen wir wieder einen Schuhverkäufer, der kurz vor uns ging. Und schon wieder lag die Bürste auf dem Boden. Wir haben sie nicht aufgehoben … Im Hotelzimmer schaute ich ein wenig im Netz nach. Natürlich war der Bürsten-Trick nichts Außergewöhnliches. Viele scheinend darauf hereingefallen zu sein. Das tröstet nur wenig.

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Ein Gedanke zu “Gebürstet in Istanbul

  1. Trösten könnte es dich, dass 3 Tage nach der Flut in Pakistan in MR „Pakistaner“ von Haus zu Haus liefen und mit vom Wasser verschwommenen Ausweisen in Plastikhüllen um Almosen für ihre 4 schlafenden Kinder baten.

    Ich fragte ich mich zu spät, woher sie in drei Tagen so gut deutsch lernten und wie sie in drei Tagen über Ural und Kaukasus nach Deutschland kamen.

    In Elmina/Ghana gibt es den Muscheltrick: „Hello my friend. Where are you from? Ah, Germany! Hallo, wie gehts? Haha! Wie haißt du?“ Dreißig Meter später: „Hello Felix! I have a present for you!“ Es handelte sich um eine mit Filzstift bemalte riesige hässliche Muschel, die meinen Namen trug, was sie wirklich zu Lebzeiten nicht verdient hatte. „Please, can you donate something for our football-club?“ Die Liste trug schon einige Touristennamen und wer möchte schon ein Schwein sein, das nicht 50 Eurocent abdrückt. Die Muschel jedenfalls warf ich vor Abscheu ins Meer – in manchen Hotels dienen sie samt Touristen-Namen als Aschenbecher.

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