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Der Aufenthalt der Studenten aus Marburg mit Bernard Poulelaouen geht morgen zu Ende. Zehn Tage lang trafen wir Musiker, Musikwissenschaftler, Ethnologen, Instrumentenbauer, georgische Studenten etc. und sprachen mit ihnen über georgische traditionelle Musik und Identität. Es waren schöne und intensive Tage, doch ich bin froh, dass ich jetzt einmal durchatmen kann. Die langwierigen Vorbereitungen waren mühsam und auch während des Aufenthalts der Marburger Studenten klingelte dauernd mein Telefon und Programmpunkte mussten geändert, verlegt oder gestrichen werden. Oder die Hilfe meiner georgischen Kollegen, besonders von Nino Gambashidze, wäre eine Organisation der Exkursion kaum vorstellbar gewesen.

Für uns Ethnologen war der musikwissenschaftliche Ansatz des Konservatoriums nicht immer einfach. Doch mit der Zeit konnten wir immer besser über Traditionen und Identität sprechen. Die Studentengruppe war toll und engagiert. Sie wollten jedoch immer mehr auf eigene Faust machen und fühlten sich zeitweise durch ein ihrer Meinung nach zu dichtes Programm darin eingeschränkt. Täglich mussten wir unsere Pläne neu abstimmen.

Wir bekamen Vorträge von Nato Zumbadze (Ethnomusikologin) zur Folkmusik zu hören, von Manana Shilakadze (Ethnologin) und ihrer Tochter Helena (Folkloristin/Ethnologin) zu Instrumenten und Mythologie, aber auch von Otar Kapanadze (Folkradio) und Manana Andriadze (Musikwissenschaftlerin). Wir lauschten den Musikgruppen Balavari, Akhalukhlebi, Decishi, Erisioni und dem Ensemble des Musikkonservatoriums. Wir hatten sogar einen Gesangsworkshop in georgischer Polyphonie für uns. Wir besuchten einen Instrumentenbauer; Katharina Stadler hielt uns eine Vortrag über zeitgenössische georgische Musik und Identität; wir wurden vom Folkradio interviewt; wir trafen die Kollegen und Studenten von der Tbilisi State University oder der privaten University of Georgia.

Nach der Rückkehr in Marburg wartet auf die Studenten einige Arbeit, denn die Mitschnitte der Musikaufführungen, Interviews, Notizen etc. müssen geordnet und mit den individuellen Fragestellungen zusammengebracht werden. Zu dieser Zeit werde ich nicht mehr so häufig an georgische Musik denken, denn dann bin ich schon längst wieder im Feld in Kvemo Kartli. Die Beschäftigung mit georgischer Musik in den letzten Monat war jedoch ausgesprochen spannend und hat mir einen neuen Zugang zu Georgien eröffnet.

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