Mein alter Chef und Doktorvater Mark Münzel hielt 2008 im Rahmen der Ringvorlesung „The end of anthropology?“ im Frankfurter Frobenius-Institut einen Vortrag mit dem Titel „Das Ende“ (weitere Vorträge aus der mit prominenten Namen bestückten Reihe hier). Leider zeigt das Video nur einen Ausschnitt aus dem Vortrag und hört gerade dann auf wenn es spannend wird. Münzels Vorlesungen in der Marburger Philipps-Universität haben mich damals zur Völkerkunde/Ethnologie gebracht. Ich studierte zunächst Romanische Philologie. In das Fach hatte ich mich aus Verlegenheit eingeschrieben. Ich wollte studieren, wusste aber nicht was. Während des Sommersemesters 1992 machte mich jemand auf die Vorlesungen von Münzel aufmerksam.

Münzels Vorlesungen waren selten Auflistungen von Fachwissen, das am Ende des Semesters in einer Klausur abgefragt wurden. Häufig begann er mit indianischen Mythen, setzte sie der Wissenschaft und der „westlichen Welt“ als Spiegel vor, um wieder bei Indianern zu Enden, beispielsweise bei der Diskussion über den Kannibalismus, an der er wirklich einen Narren gefressen hat(te). Es passierte auch, dass er Studenten bat, Szenen aus Mythen in der Vorlesung nachzuspielen. 2008 wurde Münzel pensioniert. Leider griff bei ihm noch nicht die Erhöhung des Rentenalters. In seinem Vortrag geht es, wie in so vielen Vorlesungen in der Universität, zu Überschneidungen von Wissenschaft und Literatur.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s