Mein schöner metallicgrüner Opel Astra!
Mein schöner metallicgrüner Opel Astra!

Bisher hatte ich eigentlich keine Probleme mit dem Auto in Georgien. Mein schöner metallicgrüner Opel Astra! Aber irgendwann musste es ja mal so kommen. Zwei Wochen bevor ich das Auto verkaufen wollte, weil es für mich zurück in die Heimat geht, stand ich mit einer aufgeplatzten Ölwanne im Nirgendwo zwischen Alekseevka und Tetritskaro. Zuvor war ich Iraga, einem Dorf indem früher nur Griechen gewohnt haben. Die sind größtenteils nach Griechenland ausgewandert und im Dorf haben sich Swanen und Adjaren niedergelassen. Wir wollten den griechischen Ortsvorsteher sprechen. Seit Wochen sind wir an ihm dran und seit Wochen geht er uns aus dem Weg. Doch am Vortag hatten wir ihn in Tetritskaro bei einem Bekannten getroffen. Der griechische Ortsvorsteher hatte keine Chance und er musste mit uns sprechen. Er versprach uns, dass wir ihn am folgenden Tag treffen könnten. Wir sollten ihn anrufen. Unser gemeinsamer Bekannter versicherte dem Ortsvorsteher, dass wir ganz tolle Leute seien, wie auch er und so weiter und so fort.

Wir fuhren nach Iraga. Ca. 8 km von meinem Haus in Tetritskaro entfernt. Wir kämpften uns über die Buckelpiste. Durch Schlamm- und Schlaglöcher. Aber wir waren glücklich. Endlich würde das Gespräch mit dem Ortsvorsteher zustande kommen. Wir stellten das Auto in der Nähe seines Hauses ab. Mein schöner metallicgrüner Opel Astra! Die Straße war zu schlecht, um weiterzufahren. Wir sahen seinen Jeep vor dem Tor. Wir standen vor seinem Haus. Wie klopften aber nicht an. Wie riefen wir ihn an. Wie verabredet. Jemand hebt ab. Das ist schon ein kleiner Sieg. Am Telefon war seine Frau. Hm. Nika sprach Russisch mit ihr. Die Griechen in Georgien sprechen meist wenig Georgisch. Wir erklärten uns. Wir wollen ihren Mann sprechen! Die Frau sprach mit ihrem Mann. Er stand wohl im Zimmer. Für uns deutlich hörbar! Doch der Ortsvorsteher machte wohl ein Zeichen. Er will uns nicht sehen. Dann sprach sie wieder zu uns ins Telefon. Ihr Mann sei nicht da. Er ist sei in der Umgebung unterwegs. Mit dem Auto. Wir standen vor seinem Haus! Neben seinem Jeep! Die Frau entschuldigt sich. Wir könnten ihn sicher unterwegs treffen. Ich war sauer.

Wir fuhren wieder zurück. Über Stock und Stein. Und ich war etwas zu schnell. Ich war sauer. Viel zu schnell. Statt 20 km/h hatten wir vielleicht 25 km/h drauf. Mehr ist auf der Piste nicht möglich. Ein Loch. Ich haute mir die Ölwanne auf. Es knallte schön. Doch zunächst dachte ich an nichts Böses. Wir konnten noch weiterfahren. Nach ca. 3 km leuchtete das Öllämpchen. Mit dem Ölkännchen. Und ein großes Ölpfützchen war unter dem Auto. Ein klappriges Taxi hat uns dann mit einem Tau abgeschleppt. Zwischen den Autos war vielleicht 2 m Seil. Die Fahrt war die Hölle. Da ich den Motor meines Autos nicht anlassen konnte funktionierten die Bremsen nicht so toll und ich wäre mehrfach fast dem kleinen Taxi aufs Heck geknallt.

Das Taxi brachte uns zu einem störrigen Russen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätten wir das Auto im See versenken können. Aber gut, wenn wir schon mal da sind. Er schickte uns auf den örtlichen Markt. Wir sollten eine Klebepaste und Öl kaufen. Die Ölwanne sei aus Aluminium. Er könne das hier nicht schweißen. Nur in Tbilisi könne man Aluminium schweißen. So hat er die Ölwanne mit einer Klebepaste zusammengeklebt. Es könnte bis zu fünf Jahre halten, meinte er. Hm. Das war auch nicht teuer. Irgendwie habe ich den Eindruck meine Ölwanne wurde mit Klebestreifen abgedichtet. Als der Russe schließlich mitbekam, dass ich aus Deutschland komme war er auf einmal freundlich, lachte, und sagte meinem Assistenten, dass er mir sagen soll, dass die Straßen in Tetritskaro keine deutschen Autobahnen seien. Lachen mit weit offenem Mund. Leider war die Packung Klebepaste leer. Ich war sauer.

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Ein Gedanke zu “Ich war sauer

  1. Geh mal davon aus, dass die Ölwanne nun länger hält als der Opel insgesamt. Mir hat mal ein einäugiger Albaner in Tetovo neue Unterbrecherkontakte in meinen Lada eingebaut und eingestellt (die alte Platine war kaputt, das Auto stand)- ohne Meßinstrument, nur mit diesem einseitigen Augenmaß. So gut war das Auto vorher nie gelaufen. Und das kostenlos.

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