Kathedrale Bagrati in Kutaisi (2004)
Kathedrale Bagrati in Kutaisi (2004)

Es war eine Rückkehr. 2004 war ich das erste Mal in Georgien. Damals brachte mich mein Kollege Lavrenti Janiashvili nach Kutaisi und dort zur Kathedrale Bagrati aus dem 11. Jahrhundert. Die Kathedrale war damals eine Ruine. Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Osmanen das Bauwerk in die Luft gejagt. Diese Ruine, imposant über der Stadt gelegen, hatte mich damals sehr beeindruckt.

Kathedrale Bagrati in Kutaisi (2015)
Kathedrale Bagrati in Kutaisi (2015)

Gestern Abend, fast elf Jahre später, war ich wieder dort. Und auch wieder mit Lavrenti. Die Kathedrale wurde 2012 renoviert. Das Gebäude hat wieder ein Dach und eine Kuppel erhalten. Die grünlichen Dächer glänzen etwas künstlich über der Stadt. Die Kathedrale machte auf nun einen ganz anderen Eindruck auf mich. Vielleicht ist sie originalgetreu renoviert worden, das kann ich nicht sagen. Aber jetzt ist es einfach nur eine Kirche, wie so viele hier. Sogar eine Kirche mich Aufzug. Gut, das ist schon besonders.

Es gab mal eine Zeit, da fragte ich mich, warum bauen die Georgier so viele neue Kirchen? Über das Land verteilt gibt es unzählige Neubauten. Wäre es nicht sinnvoll, fragte ich mich, die ebenso zahlreichen Kirchenruinen zu renovieren? Vielleicht wäre es besser die alten Mauern wieder aufzurichten als neue aufzubauen? Doch ich habe mich wohl geirrt. Bagrati war als Ruine großartiger, eindrucksvoller, bedeutender, und – nun – mir fehlen hier adäquate Worte.

An andere Stelle äußerte ich mich kritisch zu möglichen Renovierungen ehemaliger deutscher Dörfer in Georgien. So eine Kritik ist natürlich schnell und einfach gesagt. Sicher gibt es viele Menschen, denen die Renovierungen hier in Georgien so gefallen. Und auch Bagrati wird viele in Kutaisi in dieser Form ansprechen. Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich nicht hätte wiederkommen sollen. Bagrati vor elf Jahren war mir in so schöner Erinnerung. Und wenn man so durch die Stadt geht, dann hätte es sicher bessere Orte gegeben, um das an der Kathedrale verbaute Geld auszugeben.

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Ein Gedanke zu “Bagrati revisited

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